Es darf auch mal Porridge sein 

Eine Woche lang gibt es in 50 Schulen gesundes Essen nach Rezepten des Starkochs Jamie Oliver Von Eva Dorothée Schmid 

Der britische Starkoch Jamie Oliver schnippelt, rührt und brät ab heute Abend in seiner neuen Sendung „Jamie's School Dinners auf RTL Il - und ob das Ganze wirklich schmeckt, können rund 4500 Berliner Schüler diese Woche in ihren Schulkantinen testen. In 50 Ganztagsschulen werden eine Woche lang original Jamie-Oliver-Gerichte serviert, von Spagetti Bolognese mit Parmesan über Gemüsegulasch mit Kartoffeltaler und englischen Baked Beans mit Kartoffelpüree bis zum Bananen-PorridgeDessert. Hauptsache aus frischen Zutaten, vitaminreich und gesund. Kira, Schülerin der WerbellinseeGrundschule in Schöneberg, hat das Essen gestern probiert. „Schmeckt irgendwie besser als sonst, sagt sie, vor allem die Salatsoße aus Balsamico-Essig findet die Zehnjährige sehr lecker. Jamie Oliver allerdings kennt sie nicht. Den kennt dafür der Elfjährige Oscar. „Ich habe meiner Mutter ein Kochbuch von dem geschenkt, aber das Essen finde ich nicht so toll. Geschmeckt haben ihm die Spagetti in der Kantine trotzdem - allerdings ohne Soße. „Gib mir besseres Essen. Die Gerichte hat sich der britische Starkoch extra für seine Kampagne „Feed me better (,‚Gib mir besseres Essen) ausgedacht, mit der er in Großbritanniens Schulen gegen Fastfood und für eine bessere Ernährung kämpft. Mit Erfolg: Dort kochen schon fast tausend Schulküchen nach seinen Rezepten. Auch in Berlin soll gesundes Essen für Schüler zum Trend werden, findet Rolf Hoppe, Geschäftsführer der Luna Restaurant GmbH, die Schulen und Kindertagesstätten mit Mittagessen beliefert. Er hörte von Jamie Olivers Kampagne, alsdieser im vergangenen Jahr im Kulturkaufhaus Dussmann sein neues Kochbuch vorstellte. „Das brachte mich auf die Idee, hier auch so was zu machen, sagt Hoppe. „Auch hier muss gesunde Schulverpflegung wichtiger werden, oft bleibt die angrenzenden Fastfood-Restaurants überlassen, so der Initiator der Aktion, die auch von anderen Berliner Betrieben unterstützt wird, die mit gesundem Essen zu tun haben. Ellen Hansen, Direktorin der Werbellinsee-Grundschule, weist darauf hin, dass im Bezirk Tempelhof-Schöneberg die Schulverpflegung an allen Schulen neu ausgeschrieben wird.,, Da ist es wichtig, vor allein bei den Eltern ein Bewusstsein zu erzeugen, dass es nicht nach dem Motto Hauptsache billig laufen sollte, begründet sie die Teilnahme ihrer Schule an der Aktion. Dass eine bessere Ernährung Not tut, zeigt eine Studie der Charit. Derzufolge sind 50000 Berliner Schulkinder und Jugendliche übergewichtig, beziehungsweise fettleibig. Sie bringen heute im Schnittfünf bis zehn Kilogramm mehr auf die Waage als ihre Altersgenossen vor zehn Jahren. Ob es die Gerichte nach Rezepten von Oliver weiter in den Berliner Schulen geben wird, dürfen die Schüler mitentscheiden. Sie sollen im Dezember befragt werden, Lieblingsgerichte bestimmen und den Jamie-Oliver-Speiseplan bewerten. Die Ergebnisse entscheiden dann darüber, ob es auch im nächsten Jahr Baked Beans und BananenPorridge-Dessert zum Mittagessen geben wird.

Quelle: Berliner Zeitung, 29.11.2005, Auflage: 188.000

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„Haut rein!”

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